Freitag, 16. August 2013

Natur-Talent

Ich bin Pfadfinder und Segler. Was aber unser Uhudler für Knoten und Bünde drauf hat, lässt mich alt aussehen.

Fotos: Oliver Huber



Die Rebe ist ein Sonnenkind,
sie liebt den Berg und hasst den Wind.
Alter Winzerspruch

Dienstag, 13. August 2013

Frucht- oder Essigfliege

Die Taufliege Drosophilidae 

Wer kennt diese sonderbare explosionsartige Vermehrung dieser lästigen "Mucka" nicht. Einmal ist eine Banane zwei Tage "drüber". Ein anderes Mal liegt der Biomüll eine halbe Stunde zu lange für den Abtransport bereit. Schon sind ganze Schwärme der Frucht-, Obst-, Most-, Tau-, oder Essigfliegen anwesend. Scheinbar aus dem Nichts können sie erscheinen.
Foto: Oliver Huber

Um so einer Plage Herr zu werden, gibt es eine ganz einfache Hilfe: Eine Schale mit großer Oberfläche wird mit verdünntem Essig gefüllt (Essig - Wasser, 1:1). Ich gebe dann noch einen Teelöffel Zucker dazu. Dann das Wichtigste: einen Tropfen Spülmittel. Dadurch wird die Oberflächenspannung des Wassers herabgesetzt. Die Fliegen können dann nicht wie gewohnt über das Wasser laufen, sondern gehen unter. 

Der schwanzlose Bulle vertreibt die Fliegen von den anderen Bullen.
aus England

Mittwoch, 7. August 2013

Geräucherte Forelle

1. Salzlake

Die Forellen werden in eine 8% Salzlake gelegt. Bitte nur Speisesalz (wenn möglich Jodfrei) verwenden, kein Pökelsalz. Für einen Liter Wasser nehme ich 70 Gramm Salz. Mit in die Lake kommen noch einige Gewürze und Kräuter. Es gibt fertige Gewürzmischungen für Räucherfisch, ich bevorzuge meine individuelle Mischung - je nach Saison und Laune. Da es derzeit Temperaturen knapp an die 40 Grad hat, gebe ich die Wanne für 12 Stunden in den Kühlschrank. Dann noch etwa vier bis sechs Stunden bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Ansonsten sind 12 bis 18 Stunden in einem kühlen Keller ideal für das Ansetzen in Salzlake.

Fotos: Oliver Huber

2. Trocknen

Die Forellen werden nicht gewaschen und nur mit einem Küchenpapier abgetupft. Danach an einem schattigen und katzensicheren Ort trocknen lassen bis sich die Haut richtig trocken anfühlt.


3. Räuchern

In unserem Steinofen sind Forellen in gut einer Stunde bei ca. 90 Grad gar. Der Ofen wurde zuerst eingeheizt und es ist nur noch ganz wenig Glut übrig. Mit dieser Glut mache ich mit etwas Buchenspänen den Rauch. Noch ofenwarm schmeckt geräucherter Fisch am Besten. Mahlzeit!


Eine Seite zum Thema Fisch räuchern mit wirklich brauchbaren Rezepten:


Kein Fisch ohne Gräte, kein Mensch ohne Mängel.
Sprichwort

Montag, 29. Juli 2013

Sonnenaufgang Kanisfluh

Sonnenaufgang Kanisfluh Bregenzerwald

Einen Sonnenaufgang auf einer Bergspitze zu erleben, ist eines der schönsten Ereignisse, das man sich unbedingt gönnen muss. Samstag 27. Juli 2013. Um 3:00 Uhr aufstehen. Der Aufstieg auf die Kanisfluh (2.044 m) beginnt um 4:00 Uhr. Sonnenaufgang um 5:53 Uhr.

 Fotos: Oliver Huber








Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang!
Friedrich Hebbel

Mittwoch, 24. Juli 2013

Kräuter trocknen

Der Kräuter-Trockner ist ab jetzt bis in den Herbst hinein permanent bestückt. Hier trocknen die Rohstoffe für verschiedene Tees, Kräuter- & Blütensalz, Küchenkräuter und andere gute Sachen.


Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Ich bin immer mit dem Besten zufrieden.
Oscar Wild

Donnerstag, 18. Juli 2013

Mädesüß-Ingwer Sirup

Mädesüß Filipendula ulmaria

Ingwer Zingiber officinale

Wir genießen das Privileg einen Bach gleich hinter dem Haus zu haben. Dadurch können wir angenehm Mädesüß ernten.

Fotos: Oliver Huber


Gesammelt werden die Blüten und ein paar einzelne junge Blätter. Der Ingwer wird in dünne Scheiben geschnitten. Für den Sirup nehme ich das gleiche Rezept wie für den Holdersaft:
6 Liter Wasser und 6 kg Zucker erhitzen bis der Zucker völlig aufgelöst ist. Die Flüssigkeit abkühlen lassen und die Zutaten hineingeben. Ich nehme einen ordentlichen Büschel Blüten (etwa 40 - 50 Stück), einige junge Blätter (etwa 10 Stück) und eine ganze Ingwer Knolle. zusätzlich kommen noch drei Suppenlöffel Zitronensäure mit hinein. Den geschlossenen Topf zwei Tage kühl stehen lassen. Den Sirup dann durch ein Sieb und ein Mulltuch in Flaschen abfüllen. Kühl lagern, und angebrochene Flaschen sind bei uns immer im Kühlschrank.


Dieser Sirup ist ein absoluter Wundertrunk gegen einen Kater. Mit Mineralwasser aufgespritzt vertreibt dieser Saft jeden Brand fast in Sekundenschnelle. Warum?
Mädesüß enthält Salicylsäure - das natürliche Aspirin aber auch Flavonoide, Gerbsäuren, ätherische Öle und noch viele andere Vitalstoffe.   
Ingwer  enthält eine ganze Reihe an gesunden Inhaltsstoffen. in diesem Fall ist jedoch besonders sein anregender Effekt auf die Magensaft-, Speichel- und Gallenbildung angenehm. Ingwer kann die Übelkeit bei Seekrankheit mildern, aber auch Übelkeiten die andere Ursachen haben.

Das diesjährige Flaschenetikett.

Gesundheit verliert man am leichtesten,
wenn man darauf trinkt.
unbekannt

Sonntag, 14. Juli 2013

Geräucherter Käse

Ein Experiment mit sehr erfreulichem Ausgang.


Bei der letzten Käseherstellung hatten wir zu viel Bruch, bzw. zu wenige Formen. Da haben wir den Rest in zwei Tücher gepackt und 24 Stunden abtropfen lassen. Danach eine halbe Stunde ins Salzbad und anschließend zwei Tage in den Keller. Danach haben wir die "Kugeln" in einen Zwirn gebunden und ab in den Räucherofen. Eine Woche lang täglich ca. 10 Stunden Rauch, 14 Stunden Pause.

Der Universal Brot-, Pizza-, Brat-, Räucher-, Steinofen.

Fotos: Oliver Huber

Man kann auch mal einen Käse in die Räucherkammer hängen.



Das Ergebnis war dann zu unserer eigenen Überraschung einfach nur ein Hammer!
Der Rauch-Käse ist als Fixpunkt in unsere Produktionsliste aufgenommen.


Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen.
Ingmar Bergman



Mittwoch, 26. Juni 2013

Tannenwipfel Honig

Tannenwipfel Honig Abies cacumen mel


Fotos: Oliver Huber


Die jungen Fichten- und/oder Tannentriebe pflücken. Sie sollten noch schön hellgrün und weich sein. Man gibt sie in einen Topf und gießt mit Wasser auf. Bei milder Hitzezufuhr eine Stunde köcheln lassen. Dann das Ganze durch ein feines Tuch filtern und die Tannenwipfel dabei gut ausdrücken.

Den Sud im Verhältnis 1:1 mit Zucker mischen. Das heißt: in einen Liter Sud gebe ich ein Kilogramm Zucker. Diese Mischung bei geöffnetem Topf so lange einkochen, bis das Ganze beginnt einzudicken. Immer wieder mal umrühren. Am besten man macht zwischendurch mal eine Eindickprobe auf einem kalten Teller, wie beim Marmelade kochen.
Das Reduzieren dauert ziemlich lange. Im Ganzen so etwa 3-5 Stunden, je nach Topf. Umso größer die Oberfläche des Topfes, umso rascher kann das Wasser verdampfen. Ich nehme eine große Pfanne mit hohem Rand ;-)
Gegen Ende kann das Ganze leicht aufschäumen und überkochen, also Vorsicht und in der Nähe bleiben.


Wenn die gewünschte zähflüssige Konsistenz erreicht, und die Farbe richtig dunkelbraun ist, den Tannenwipfel Honig in Gläser abfüllen. Er hält sich, wie der echte Bienenhonig, sehr lange.
In heißem Tee aufgelöst - mehrmals täglich getrunken - hilft er sehr gut gegen Husten und Bronchitis. Er wirkt auswurffördernd, beruhigend und sanft entzündungshemmend.

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt.
Aleksej Andreevic Arakceev

Donnerstag, 20. Juni 2013

Weichkäse Herstellung 2

Käseherstellung in der Hausküche Caseus procreare

Von den 10 Liter Rohmilch sind diese drei Scheiben Käse übrig geblieben. Diese werden 20 min. in einer 15% Salzlake gebadet.

Fotos: Oliver Huber

Danach die Käse-Torten etwa 2 Stunden trocknen lassen. Jetzt ab damit in den Keller. Ideal sind etwa 15 Grad celsius und 95% Luftfeuchtigkeit.


Fortsetzung folgt.

Der Käse verrät die Milch.
Sprichwort

Dienstag, 18. Juni 2013

Weichkäse Herstellung 1

Käseherstellung in der Hausküche Caseus procreare


10 Liter Rohmilch wird mit dem Eimer im Wasserbad (Waschbecken) auf 33 - 35 Grad Celsius erwärmt. Die Biomilch wird in diesem Fall direkt vom Bauern ohne Zwischenlagerung verarbeitet.
Ich verwend die Rohmilch, was voraussetzt, dass besonders hygienisch gearbeitet werden muss! Dafür wird man mit einem einzigartig echten Geschmack belohnt.

Fotos: Oliver Huber

Inzwischen werden die Käseformen im Dämpfer bei 100 Grad entkeimt.


Wenn die Temperatur erreicht ist, wird das Lab (1 Kaffeelöffel Trockenlab in lauwarmen Wasser aufgelöst) eingerührt.


Die Milch zum Dicklegen eine Stunde ruhen lassen. Die eingedickte Milch wird mit dem Messerrücken in ein bis zwei cm kleine Würfel geschnitten. Besser geht es natürlich mit einer Käseharfe, die sind jedoch recht teuer.
Den Käsebruch 20 Minuten ruhen lassen. Jetzt das Ganze umkehren. Das Untere ganz vorsichtig nach oben und noch einmal eine Stunde ruhen lassen.
Jetzt zerkleinere ich den Käsebruch mit den Händen in ganz kleine Teile. Diesen Bruch dann mit einer Schöpfkelle in die Form abfüllen. Direkt nach dem Abschöpfen "presse ich den Bruch etwa 20 min mit ca. 1,5 kg.


Nach dem pressen, wird die Form noch einige Male gedreht und insgesamt 24 Stunden in der Form belassen, um die Molke abtropfen zu lassen. Was mit der Molke gemacht wird, ist mehrere eigene Posts wert, und wird in diesem Blog natürlich auch noch behandelt. Inzwischen nehme ich ein paar kräftige Schlücke von der noch warmen Molke. 

Fortsetzung folgt in 24 Stunden.

Es gibt zwei Arten, diese Welt zu konfrontieren. Die einen zählen traurig die vielen Löcher im Emmentaler und beklagen den Käseverlust, die anderen freuen sich am Käse zwischen den Löchern und genießen das Gute am Vorhandenen.
Pinchas Lapide

Montag, 10. Juni 2013

Brennnessel- Beinwelljauche

Große Brennnessel Urtica dioica

Rauer Beinwell Symphytum asperum


Foto: Oliver Huber

Das ist der erste Ansatz in diesem Jahr. Die Brennnesseln und den Beinwell habe ich mit der Gartenschere in kürzere Stücke geschnitten. Ich glaube, dass dann der Vergärungsprozess etwas schneller geht. Aber vor allem ist es dann viel einfachen, den Ansatz im Fass umzurühren. Das Fass steht an einer nicht so stark frequentierten Stelle im Garten. Am Beginn der Vergärung kann es sehr stark riechen. Wichtig ist, täglich umzurühren, um frischen Sauerstoff in das Ganze zu bekommen.
Wenn beim Rühren kein Wiederstand der Stängel mehr zu spüren ist und der Geruch schon wieder angenehmer wird, ist die Jauche fertig. Je nach Wetter dauert das ein bis drei Wochen. Um so wärmer, umso schneller ist der Prozess.
Aus dem Fass entnehme ich dann laufend Jauche, um meine Pflanzen zu gießen (etwa 1 Teil Jauche und 5 Teile Wasser). Die Menge Jauche, die ich entnommen habe, fülle ich wieder mit Wasser nach und schneide auch immer wieder etwas Brennnesseln, Beinwell und später auch noch Ringelblumen hinein. Ab und zu gebe ich auch noch eine Handvoll Hühnermist mit hinein.
Für mich gibt es keinen einfacher herzustellenden und natürlicheren Dünger und Pflanzenstärker als Brennnessel & Co Jauche.

Ungeduld ist ein Hemd aus Brennnesseln.
Polnisches Sprichwort.




Samstag, 18. Mai 2013

Kräutersalz

Kräutersalz Herbarius salis

Das ist die erste Ernte für dieses Jahr und ergibt ein köstliches Frühlings-Kräutersalz. Wir haben kein Rezept für die Mischung. Ganz im Gegenteil. Alles was an dem Tag der Ernte sich anbietet, wird herzlich aufgenommen.


Foto: Oliver Huber
Die Kräuter ca. 12 Stunden liegen lassen. Das Kleingetier hat die Möglichkeit zur Flucht und die Kräuter verlieren schon etwas an Feuchtigkeit. Wir haben eine sehr leistungsstarke Küchenmaschine mit der man mit drei mal 6 bis 10 Sekunden lang cuttern die Kräuter mit dem Salz klein kriegt. Salz - Kräuter Verhältnis ungefähr eins zu eins. Das ergibt dann ein sehr intensives Salz, das noch etwas feucht ist. Es kann dann in kleinen Dosen als Gewürz verwendet werden. Wer keinen guten Cutter mit wirklich scharfer Klinge hat, nimmt bitte lieber das Küchenmesser. Das dauert dann einiges länger, aber der viel bessere Geschmack entlohnt die Arbeit.  



Die Liste der Kräuter, die wir diesmal erwischt haben:
  • Spitzwegerich Plantago lanceolata
  • Liebstöckel Levisticum officinale
  • Schnittlauch Allium schoenoprasum
  • Petersil Petroselinum crispum
  • Käsepappel Malva neglecta
  • Rosmarin Rosmarinus officinalis
  • Ysop Hyssopus officinalis
  • Estragon Artemisia dracunculus
  • Guter Heinrich Chenopodium bonus-henricus
  • Brennnessel Urtica dioica
  • Gundermann Glechoma hederacea
  • Giersch Aegopodium podagraria
  • Bitteres Schaumkraut Cardamine amara 
  • Oregano Origanum vulgare
  • Beinwell Symphytum officinale
  • Rotklee Trifolium pratense
  • Kriechender Günsel Ajuga reptans
  • Lavendel Lavandula angustifolia
  • Salbei Salvia officinalis
  • Löwenzahn Taraxacum officinale
Die Blumen machen den Garten, nicht der Zaun.
Deutsches Sprichwort